Informationen zum Reiseziel und ein kurzer Reiserückblick            

Vom 4. - 10. Mai 2008 haben wir mit über 110 Personen das schöne Istrien erkundet.

Die Reise wurde vom  Organisationsteam; Albert Meile, Reiseleiter, Walter Fritschi, Kassier, Werner Künzler, Reiseleiter Stellvertreter, Horst Püschel, Band und Bob Bidie, Beratung, in Zusammenarbeit mit unserem bewährten Carunternehmen Walliser-Reisen Aadorf organisiert und durchgeführt. 

Wir durften einige herrliche Tage geniessen.

     

Istrien ist die westlichste Region der Republik Kroatien, die größte Halbinsel an der Adria. Durch Istrien verläuft der 45. Breitengrad. Das bedeutet, dass sich Istrien genau auf halben Weg zwischen dem Äquator und dem Nordpol befindet, damit auf dem klimatisch ausgeglichendsten Gebiet der Nordhalbkugel. Die Bevölkerung Istriens besteht ihm Kroatischen Teil der Halbinsel mehrheitlich aus Kroaten und im slowenischen Teil aus Slowenen. Besonders im Gebiet längs der Westküste gibt es eine größere italienische Minderheit. Im Gebirgsland des nordöstlichen Istrien wird in einigen Ortschaften auch das Istrorumänische gesprochen (deren Sprache wird als Walachisch oder Istrorumänisch bezeichnet). Die Bevölkerung konzentriert sich in den Küstengebieten, während das Landesinnere nur dünn besiedelt ist. In Istrien leben 200.000 Einwohner in 636 Orten. Die größte Stadt Pula hat 82.000 Einwohnern und die kleinste Stadt Hum drei Familien. Von den Einwohnern Istriens, waren laut Volkszählung von 2001; 22 % Kroaten, 7 % Italiener, 3 % Serben, 1.5 % Bosniaken, 1 % Albaner, 1% Slowenen. 4,50 % gaben keine Nationalität, im amtlich definierten Sinne an, sondern eine regionale Zugehörigkeit; Istrianer.  Das höchste Gebirge ist der Učka (1.396 m) und der längste Fluss die Mirna (32 km). Die südlichste Ortschaft heisst Premantura. Das größte Tier, der istrische Ochse mit einer Risthöhe von 1.8 m und mehr als 1.200 kg ist eine imposante Erscheinung.

Montag 5. Mai:

Vormittag: Besichtigung unseres Reiseziels, Poreč.

Poreč ist der absolute touristische Höhepunkt ganz Istriens.

Geschichte: Die Landzunge und ihr Umland waren bereits von den Histrern (1200 v. Chr.) besiedelt. Bis heute erhalten ist in Alt - Poreč das Strassen - Raster des römischen Parentium. Nach der Teilung des römischen Reiches fiel es 395 an Ostrom. Aus der byzantinischen Epoche (539-788) stammt eines der schönsten frühbyzantinischen Bauwerke Europas, die Euphrasius Basilika, heute ein UNESCO-Weltkulturerbe. Poreč fiel 788 in fränkische Hand, war dann ab dem 11. Jh. autonom, dann um 1232 gelangte es in die Hand der Patriarchen von Aquileia und wurde 1267 als erste istrische Stadt venezianisch. Als die Serenissima mit Genua um die Vormachtstellung auf dem Meer kämpfte, wurde es 1354 von den Genuesen verwüstet, die auch die Reliquien aus der Basilika raubten. Erst 1934 gelangten die Reliquien des heiligen Maurus wieder an ihren angestammten Platz in der Basilika. Vom 16. bis ins 17. Jh. hatten die Bewohner unter Seuchen, den Überfällen der Türken, Senjer und Uskoken zu leiden. Die schlechte Wirtschaftslage besserte sich 1797 erst unter österreichischer Herrschaft. 1918 – 1943 gelangte es in italienische Hand, wurde 1944 von den Alliierten bombardiert und kam dann 1945 zu Jugoslawien. 1992 wurde Istrien unabhängig. Kundige Führer haben uns dieses schöne Städtchen nähergebracht.

Nachmittags-Ausflug nach Portoroz / Piran

Die alte Hafenstadt Piran liegt am Ende der Piraner Halbinsel, einer Landzunge, die sich zwischen den Buchten von Piran und Strunjan erstreckt. Die Halbinsel reicht bis zum Kap Madonna, das die Šavrinska Brda (Hügel von Šavrin) abgrenzt. Die Bedeutung des Namens Piran: ältere Forscher neigen zur Ansicht, der Name könnte aus dem keltischen Wort bior-dun, Ort auf dem Hügel, hervorgegangen sein, die jüngere Generation erklärt ihn mit dem griechischen Wort Pyr - das Feuer; die ursprüngliche Siedlung diente ja hauptsächlich als Leuchtturm für Schiffe, die in die benachbarte griechische Kolonie Aegida in Nähe des heutigen Koper segelten. Die Stadt hat mit engen Gassen und dicht aneinandergereihten Häusern, die von der Küste treppenartig ansteigen und der ganzen Umgebung, die ihr einen typischen Mittelmeercharakter geben, ihren mittelalterlichen Grundriss erhalten.

Abend: Jazzkonzert der Bodensee Dixie-Stompers in Groznjan mit Grillabend

Auf einem Bergrücken, 288 m über dem Meeresspiegel, hoch über dem Mirna -Tal thront das mittelalterliche Städtchen Grožnjan. Im 14. Jahrhundert von den Venezianern ausgebaut, ist der Ort heute von Malern, Musikern und anderen Künstlern belebt. In geschichtlichen Aufzeichnungen wird Groznjan erstmals im Jahre 1102 erwähnt. Auf einem römischen Grabstein, der im Ort entdeckt wurde, ist der Name Graeciniana zu lesen. Die Denkmäler aus dieser Zeit, die in den umliegenden Bergen aufgefunden wurden, zeugen davon, dass in diesem Gebiet vor langer Zeit nicht nur ein reger, landwirtschaftlicher Betrieb herrschte, sondern auch der Handel im Hafen an der Mirna seine Blütezeit hatte. Groznjan ist das kulturelle Zentrum Istriens. Während der Tourismus-Saison erklingen in den engen Gassen die Werke von Haydn, Bach oder Mozart, aber auch Jazzkonzerte namhafter einheimischer und ausländischer Bands, wie zum Beispiel auch der Bodensee Dixie-Stompers, tragen viel zum romantischen Flair Grožnjans bei.

Da ausgerechnet an diesem Montagabend ein kühler Wind durch die romantischen Gassen pfiff konnten wir unsere Musiker leider nur eine knappe Stunde geniessen. Wir mussten das Konzert leider abbrechen, da unseren Musikern die Finger und Markus die Füsse fast abgefroren sind. Das Küchenteam verpflegte uns vom Grill mit Cevapcici, Würsten und weiteren Köstlichkeiten.

Dienstag 6. Mai:

Istrien Rundfahrten mit Mittagessen und Weinverkostung auf einem Bauernhof in Brtonigla

Brtonigla hat den eigenen Leitspruch: Brtonigla - kleiner Ort mit großen Entdeckungen. Wir können die reizvolle Landschaft bewundern und die Schönheiten der Natur entdecken. Oder den Spuren der Vergangenheit nachgehen, die der Mensch im Laufe der Jahrhunderte auf diesem Boden hinterlassen hat und die uns viel über Geschichte und Kultur aussagen. Brtonigla hat, ähnlich wie die übrigen Ortschaften in Istrien, eine interessante Vergangenheit. Die Siedlung wurde auf einem malerischen Hügel, an der Stelle errichtet, wo die einstigen "Gradina", bzw. "Kastelir", die vorgeschichtlicher Ansiedlungen standen. Nach der Eroberung durch die Römer verwandelten sich die "Gradina " in römische "Oppida" (Städte) und dann zur Zeit der Feudalherrschaft in Burgen Brtonigla wurde 1234 zum ersten Mal in schriftlichen Dokumenten als Ortoneglo, römisch Hortus Niger (schwarzer Garten), erwähnt. Diesen Namen hat Brtonigla sicherlich aufgrund der schwarzen Erde bekommen.

Rijeka

Den Aufstieg, den Rjieka unter der Hand Habsburgs (1466) nahm, ist beispiellos in der Geschichte Kroatiens. Die Kaisertreue dieser Stadt fand durch die Romane Joseph Roths Eingang in die Weltliteratur. Sie entwickelte sich gleichsam zu einer der größten Rivalinnen der Dogenrepublik. 1919 besetzten Freischärler unter der Ägide des Schriftstellers Gabriele D`Annunzio die Stadt 16 Monate lang. Nach einer kurzen Periode als Freistaat wurde Fiume/Rjieka 1924 zu Italien geschlagen. Erst 1947, nach einer zweijährigen Besatzung durch die Deutschen, wurde Rjieka der Föderation Jugoslawien zugeeignet.

 

Novigrad

Nördliche der Mirna-Mündung liegt Novigrad mit seiner auf einer Landzunge gelegenen Altstadt. Diese kann man auf einer Uferpromenade umrunden. Im Sommer ist die Altstadt autofrei. Außerhalb dieser Zeit nerven die vielen Autos in den teils sehr engen Altstadtgassen ziemlich.  Die Geschichte des Ortes reicht bis in die Antike zurück. Nach griechischen Seefahrern prägten die Römer die Anfangszeit des Ortes. Bedeutung hatte Novigrad als Bischofssitz und als Ausfuhrhafen für Holz aus den inner-istrischen Wäldern. Zu den Zeugen aus vergangenen Zeiten gehören Reste der zinnenbekrönten Stadtmauer, zwei runde Wehrtürme und ein Palazzo. Die Pelagius-Basilika geht in ihren Ursprüngen bis in das 7. Jahrhundert zurück. Der Glockenturm stammt aus dem Jahre 1883. Rund um den Yacht- und Fischerhafen gruppieren sich Restaurants und Cafés.

Mittwoch 7. Mai:

Schifffahrt entlang der Küste, mit Mittagessen auf dem Schiff und Begleitung durch die  Bodensee Dixie-Stompers

Unser Ganztagesausflug führte uns gleich vom Hotelpier weg in den Lim Fjord und nach Rovinji. Wir wurden von unserer Jazzband begleitet und  wurden auf dem Schiff, mit Fleisch, Fisch vom Grill und natürlich auch dem feinem istrischen Wein bewirtet.

Rovinj: Die abwechslungsreiche Geschichte hat das Stadtbild Rovinjs stark geprägt. Die auf einem ins Meer ragenden Hügel erbaute Altstadt mit ihren verwinkelten Gässchen mit ihrem romanisch-gotischen Stadtbild verfügt über zahlreiche Elemente aus Renaissance, Barock und neoklassizistischen Bauten. Überthront wird die Altstadt von der Kirche Sv. Eufemija (Hl. Eufemija) aus dem 18. Jahrhundert. Die Hl. Eufemija stellt gleichzeitig die Schutzpatronin Rovinjs dar.Landschaftlich reizvoll sind auch die der Stadt vorgelagerten 22 Inseln sowie der Lim Fjord in der näheren Umgebung.Das malerische Stadtbild, die zahlreichen Strände auf den mit Booten zu erreichenden Inseln und die günstige Lage für Ausflüge über die Halbinsel machen die Stadt zu einem äußerst attraktiven Tourismusmagneten. Zahlreiche Restaurants rund um die Hafenpromenade, viele Kneipen sowie die generell für Fahrzeuge gesperrte Innenstadt haben uns zum zum Flanieren eingeladen.

Donnerstag 8. Mai:

1. Ausflug: Insel Brijun, Rundfahrt im Nationalpark mit der Inselbahn, Pula

Die Inselgruppe Brijuni (Brioni) besteht aus den Hauptinseln Veli Brijun (5,6 km²) und der nördlich gelegenen Insel Mali Brijun (1,1 km²), sowie zwölf weiteren kleineren Inseln und Riffen. Wir besichtigen die Hauptinsel Veli Brijun. Vom Festland  übersetzen wir ab Fazana zum Hafen des Ortes Brijun. Die Insel ist autofrei. Dort ist eine Rundfahrt auf der Insel mit einem als Eisenbahn "getarnten" Autozüglein organisiert. Die Rundfahrt geht vorbei an vielen Tiergehegen. Der Tierpark ist ursprünglich von Josip Broz - besser bekannt als Tito - gegründet worden. Er hat von vielen Staatsbesuchern Tiere geschenkt bekommen, die den Grundstock für diesen kleinen Tierpark bildeten. Die "Herrschaftshäuser" im hinteren Teil der Hauptinsel stellen den Sommersitz der jeweiligen kroatischen Staatsoberhäupter dar.

Pula: Im Süden der Halbinsel Istrien und am Ende der Pula-Bucht ist die Stadt der Altertümer, Parks und Sommerfestivals, die grösste Stadt Istriens, gelegen. Pula besitzt den größter Hafen, das Verkehrs-, Wirtschafts- und administratives Zentrum Istriens. Mit 2350 Sonnenstunden jährlich ist es für zahlreiche Touristen ein anziehender Urlaubsort. Jeder der eingebauten Steine, in eine grosse Zahl kulturhistorischer Denkmäler aus fast allen Zeitperioden der Stadtgeschichte spricht von ihrer reichen Geschichte. Das bekannteste und wertvollste antike Denkmal ist wohl die Arena, ein herrliches aus dem 2.Jh. stammendes Amphitheater, das sechstgrößte Amphitheater der Welt. Als ein Touristenort verfügt Pula über eine große Zahl verschiedener Kultur und Unterhaltungsangebote. Auf der mit Wald bedeckten und vom kristallreinen Meer umgebenen Halbinsel in der unmittelbaren Stadtnähe liegen die Hotelsiedlungen.  Wunderschöne Natur, ausgezeichnete Unterkunfts- und Unterhaltungsmöglichkeiten werden sogar die anspruchsvollsten Gäste befriedigen. Allen Feinschmeckern stehen viele Restaurants zur Verfügung, die nicht nur auserwählte istrische Spezialitäten, sondern auch köstliche istrische Weine anbieten. Beim unserem Aufenthalt haben wir auch das Amphitheater besichtigt.

2. Ausflug: Grotte Postojna und Gestüt Lipiza

Grotte Postojna: 

Die heute bekannten Abschnitte des Höhlensystems von Postojna umfassen 21 km und bestehen aus mehreren bekannten Höhlen: Höhle von Postojna,

Otoker - Höhle, Pivka - Höhle, Schwarze Höhle und Höhle von Planina. Die trockenen Abschnitte wurden größtenteils für die Besichtigung erschlossen und wir haben diese mit einer „Höhlenbahn“ besichtigt. Die Höhlen, die schon über 200 Jahre Besucherscharen aus der ganzen Welt anlocken, stellten auch heute noch eine Herausforderung für mutige Höhlenforscher dar, die mit Mühe und Ausdauer in immer größere Tiefen vordringen. Ritzereien von Besuchern beweisen, dass die Höhle bereits im 13. Jahrhundert bekannt war. Die erste Karte, der bis dahin entdeckten Höhlenabschnitte, wurde 1748 vom Wiener Mathematiker J. N. Nagel veröffentlicht.

Gestüt Lipiza:

Hier wird einem die Frage beantwortet, woher die Spanische Hofreitschule in Wien ihre schönen weissen Pferde herbekommt. Nämlich genau von diesem Gestüt.
Auf dem 1580 von Erzherzog Karl von Österreich gegründeten Gestüt werden seit mehr als vier Jahrhunderten diese kräftigen Pferde, meist Schimmel, gezüchtet, und einige der besten treten in der Spanischen Hofreitschule in Wien auf. Als Tourist kann man an Führungen durch das Gestüt teilnehmen. Hier haben wir viele Details über die Geschichte, Zucht und den alltäglichen Problemen des Gestüts erfahren.

Freitag 9. Mai:

Halbtagesausflug: Istrische Schätze

Wir besichtigten vorerst eine Ölmühle in Selva und haben dort am Ende des Rundganges die Olivenöle auf Bruschetta verkosten dürfen und ein gutes Glas Wein dazu geniessen können.

Die Geschichte des Olivenoels:

Der Olivenbaum gehört zu den ältesten Kulturpflanzen des Mittelmeerraumes und man darf annehmen, dass schon die Assyrer Olivenöl herstellten und mit Öllämpchen Licht in ihre Dunkelheit brachten. Auch als Grabbeigabe in ägyptischen Pyramiden fehlt das Olivenöl nicht. Schon die Ägypter benützten das Öl der Olive auch als Hautpflege- und Heilmittel. Mit der Zeit wird aus der als Busch wachsenden Olive ein stattlicher Baum, der über den Reichtum des Besitzers mehr aussagt als andere Besitztümer.Griechen, Römer, Juden und Christen machten aus kleinen Olivenzweigen Symbole ihrer Traditionen, die bis heute selbst bei Pablo Picassos Bild " Die Friedenstaube " ihre Gültigkeit nicht verloren hat. Auf allen Kontinenten der Erde wird dieser Baum heute kultiviert und der Siegeszug des Olivenöls hat auch bei uns begonnen.

Die Rundfahrt führte uns dann via Pazin – Draguc – Buzet nach Oprtalj das auf 378 m Höhe liegt. Die Venezianer befestigten das kleine Renaissance-Städtchen im Jahre 1490. Wenn wir durch das Stadttor kommen, eröffnen sich uns idyllische Gassen und kleine Höfe. Viele haben einen kurzen Blick in die Georgskirche, erbaut um 1520, geworfen. Die darin befindlichen Gemälde sind sehenswert. Der Campanile ist von der Kirche abgesetzt und thront gleichsam über dem Städtchen.

Vor dem Stadttor liegt die Loggia.  Hier bei Daniel Coslowich, der unter der Loggia eine Jausenstation betreibt, sind wir eingekehrt. Der junge Bauer servierte uns alles, was auf seinem Hof produziert wird, feinherben Schinken, duftendes Olivenöl, kräftige Salami, Biska (Grappa) und Käse. Dazu dicke Scheiben selbst gebackenes Brot und süffigen Wein. Der 27-jährige Coslowich ist einer der jungen Leute, auf denen die Hoffnungen des Landes ruhen. Statt sich einen Job in der Stadt zu suchen, hat er sich auf seine Wurzeln besonnen und die elterliche Landwirtschaft wieder belebt. Viele haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht diese Produkte zu kaufen.  

6.Juni 2008 Werner Künzler